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Grüß Gott aus Mariazell! - Ostern 2009

Grüß Gott aus Mariazell!

Zuerst darf ich Ihnen Dank sagen für die finanziellen Hilfen, die nach unserem letzten Aufruf eingegangen sind. Viele Menschen meinen, wir sind mit allen Arbeiten fertig. Viele Projekte bleiben als Herausforderung für die kommenden Jahre, darunter: die Hl. Brunn-Kapelle, die gotische Kirche am Sigmundsberg und der große Saal, der von den Wallfahrern viel benützt wird. Was in den letzten 15 Jahren dank Ihrer Hilfe umgesetzt werden konnte, gleicht einem kleinen Wunder. Aber auch diese Substanz muss erhalten und ständig gepflegt werden, einen „Zustand von damals“ darf es nie mehr geben.
Einer, der in Mariazell daheim war und der sich immer für diesen besonderen Ort eingesetzt hat, war Kardinal Franz König. Vor fünf Jahren, am 13. März 2004 ist er verstorben, sein Geist aber, seine Worte und Taten sind hier besonders lebendig. Die Kardinal König-Gedenkstätte mit „seinen Lebensspuren“ in unserer Basilika lädt alle Pilger und Besucher ein, sich mit Kardinal König auf den Weg einer einladenden Kirche einzulassen. Der Kardinal hat sich bis zuletzt für die Erneuerungsarbeiten der Basilika eingesetzt, und sich immer bei den Benefizveranstaltungen aktiv eingebracht. Und in einer Predigt sagte er: „Es war in den frühen Tagen meiner Kindheit, als meine Eltern mich mit der Mariazellerbahn zum ersten Mal mitnahmen nach Mariazell, damals öffnete sich mir eine neue Welt: die große Kirche mit dem altehrwürdigen Muttergottesbild.“
Sogar nach seinem Oberschenkelhalsbruch war für den immer in die Zukunft schauenden Kardinal kein Weg zu weit, alle Bauvorhaben hat er aufmerksam begleitet und uns ermutigt, diesen Ort mit Leben zu füllen. „Von Mariazell sind Signale ausgegangen, die bestimmend wurden für den Weg der Kirche, bis in unsere Tage“, so hat er im Blick auf das Mariazeller Manifest gesagt. Und: „Für mich wurde Mariazell schon früh ein Ort, wo das Trennende zurücktrat und über nationale Grenzen hinweg die höhere Einheit erfahren wurde.“
Das Erbe Königs anzunehmen, heißt: nicht am Vergangenen festhalten, sondern in die Zukunft schauen. Ostern ist ein Fest der Zukunft, des Lebens, der Erlösung. König am Ende seines Testaments: „Mein Wunsch ist nur: an meinem Sarg die Osterkerze nicht zu vergessen!“
Ich wünsche Ihnen in dankbarer Verbundenheit ein gesegnetes Osterfest und
eine hoffnungsvolle Osterzeit,
P. Karl Schauer OSB, Superior

  

 

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Grüß Gott aus Mariazell! - Ostern 2009

Kardinal König und das Gebet

Kardinal König war überzeugt von der Kraft des persönlichen Gebets als unmittelbarste Verbindung zu Gott, das ihn sein Leben lang getragen hat. Oft betete er spätnachts allein in der Mariazeller Gnadenkapelle. „Wir müssen viel mehr füreinander beten. Wenn man im Gebet an jemanden denkt, der einem zum Beispiel nicht liegt, dann lernt man ihn oft mit anderen Augen sehen. So kann das Gebet zu einem Instrument des Friedens unter den Menschen werden.“

  

Bildunterschrift: Kardinal König beim nächtlichen Gebet in der Gnadenkapelle.

  

Grüß Gott aus Mariazell! - Ostern 2009

Kardinal König und das Konzil
Das Zweite Vatikanische Konzil war für Kardinal König die „hohe Zeit“ seines Priester- und Bischofslebens und ist für ihn fortan immer Grundlage seines Denkens und Handelns geblieben. Denn hier wurden die Weichen für die Zukunft der Kirche in einer sich rasch ändernden Welt gestellt. Bis zum Ende seines Lebens legte er dafür Zeugnis ab und sagte immer: „Wir können den Geist des Konzils nicht so sehr durch schöne Worte weitergeben, sondern nur durch das Beispiel unseres Lebens.“

  

Bildunterschrift: König in Mariazell: „Das Anliegen des Hl. Benedikt von Nursia war es, Gott und Welt, Glaube und Leben miteinander zu verbinden. Dies geschieht nicht so sehr durch große Reden, sondern durch das lebendige Zeugnis.“

Grüß Gott aus Mariazell! - Ostern 2009

Kardinal König und die Ökumene
„Die Ökumene muß weitergehen“, sagte Kardinal König zwei Tage vor seinem Heimgang zum griechisch-orthodoxen Metropoliten Erzbischof Michael Staikos. Er war überzeugt von der Notwendigkeit des Friedens im Inneren der einzelnen Religionen als Voraussetzung für einen Dialog der Weltreligionen in unserer Welt. Er wurde zu Recht „Wegbereiter der Ökumene“ genannt.

  

Bildunterschrift: König: „Von Mariazell sind Signale ausgegangen in Richtung Europa, in Richtung einer ökumenischen Zusammenarbeit in Europa“. Hier mit dem ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I., der 2007 Mariazell besuchte.

Grüß Gott aus Mariazell! - Ostern 2009

Kardinal König und die Würde des Menschen
Die Würde des Menschen, vom Beginn bis zum Ende seines Lebens, ist grundgelegt in der Gewissheit, dass alle Menschen zu allen Zeiten Kinder und Ebenbilder Gottes sind. Diese feste Überzeugung kehrte in den Wortmeldungen Kardinal Königs immer wieder – ob es sich um den Anfang, das Ende oder eine andere gewaltsame Bedrohung menschlichen Lebens handelte. Für die Kirche und damit auch für den Kardinal waren und sind besonders Anfang und Ende des menschlichen Lebens von entscheidender Bedeutung. Immer noch zitiert werden seine Worte von der „Fristenregelung als offene Wunde“ einerseits, wie jene vom „Sterben an der Hand und nicht durch die Hand eines anderen Menschen“ andererseits.

  

Bildunterschrift: An jedem 13. des Monats wird um 11.15 Uhr eine hl. Messe im Gedenken an Kardinal König gefeiert

Grüß Gott aus Mariazell! - Ostern 2009

Kardinal König und der Auftrag der Kirche
Das Kirchenbild Kardinal Königs, geprägt vom Konzil, war ein ermutigendes. Für ihn war Kirche nicht die kleine Herde von Auserwählten, für ihn waren immer auch die vielen Fragenden und Suchenden kirchliche Wirklichkeit. Die Kirche ist für alle da. Von diesem Kirchenbild ist Kardinal König immer ausgegangen. Er hat sich die großartige Vision des Konzils vom „pilgernden Gottesvolk“ zu Eigen gemacht, das gemeinsam zu Christus hin unterwegs ist. Besonders am Herzen lagen ihm jene Menschen, die man die „Fernstehenden“ nennt.

  

Bildunterschrift: Bei Ihrem nächsten Besuch in Mariazell nehmen Sie sich Zeit, bei der Kardinal König-Gedenkstätte zu verweilen (in der Ägidius-Kapelle im Südschiff der Basilika). Über 100 Bilder auf einem zusätzlichen Bildschirm erinnern an das unvergessliche Wirken dieses großen Bischofs. 

Grüß Gott aus Mariazell! - Ostern 2009 Kardinal König hat sich für die Erneuerung und Restaurierung eingesetzt. Was bisher geschaffen wurde, ist sorgfältig zu erhalten und zu pflegen. Nicht nur der Winter setzt der Substanz zu, auch Sturm, Kälte und andere Schäden. Die ständigen Investitionen sind unglaublich groß. Wir bitten um Ihre Unterstützung und Hilfe!

  

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