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Die "Kritzeleien" auf den Votivbildern Ein typisches Phänomen an Wallfahrtsorten ist das Bekritzeln der Wände. Leider machten die Wallfahrer auch vor den Gemälden nicht halt und so wurde ein großer Teil der Votivbilder mit Namen, Jahreszahlen, Bitten wie "Maria hilf!" oder Dankesworten bekritzelt. Nur selten wurden die Anliegen ausformuliert, wie jene anonyme und nicht datierte Bleistiftaufschrift: "Heilige Mutter Gottes von Maria Zell, Gnadenreiche Mutter ich bitte dich, laß ein Wunder geschehen und gib das mein liebes Kind wieder kehrt." Diese flehende Mutter hat das bekritzelte Bild offenkundig sehr gezielt ausgewählt, denn dargestellt ist eine vor der Basilika kniende Mutter mit ihrem Kind. Dass diese Unsitte aber eine wesentlich ältere Tradition hat, lässt sich am "Kleinen Mariazeller Wunderaltar" von 1512 ablesen, auf welchem Kritzeleien von 1609 noch zu entziffern sind.
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